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Liebe Kolleginnen und Kollegen,die von der International Association for the Study of Obesity (IASO) am 23. April 2007 in Berlin vorgestellten Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Verbreitung von Übergewicht in Europa hatten nachhaltige Effekte. Erstmalig ist Übergewicht in Deutschland sozusagen gesellschaftsfähig geworden. Endlich fand die Tatsache, dass Übergewicht mehr als ein kosmetisches Problem ist, Anerkennung, und die Politik setzt sich für die Bekämpfung der Fehlernährung und des Bewegungsmangels nachhaltig ein. Nach der IASO-Datenerhebung, die die Verbreitung von Übergewicht in 25 EU-Mitgliedsstaaten untersuchte, sind 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig (BMI > 25). Damit sind die Deutschen das dickste Volk in Europa. Doch die Studie hat Schwächen, da sie für Deutschland nur die Altersgruppe der 25 bis 69-Jährigen erfasste. Außerdem sind der Erfassungszeitraum und die Untersuchungs-Methoden unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund ist die aufgestellte Rangliste der Dicksten in Europa fraglich. Aber endlich hat die Politik reagiert, und die Bundesministerien für Gesundheit und Soziales sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind aufgewacht.
Die Pressemitteilung der IASO ist auf der Intenetseite http://www.iaso.org unter dem Menüpunkt Media zu finden. Die Daten-Tabelle ist unter http://www.iotf.org/documents/Europeandatatable_000.pdf abrufbar. Die Daten aus Deutschland stammen aus dem Jahr 2003 und beziehen die 18 bis 24-Jährigen nicht ein. Da diese Altersgruppe seltener übergewichtig ist als die 25 bis 69-Jährigen, ist davon auszugehen, dass weniger als 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig sind. Das Robert-Koch-Institut (http://www.rki.de) kommt zum Ergebnis, dass 67 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig sind. Damit sind die Deutschen in jedem Falle zu dick, und die Bezeichnung Bundesrepublik Dickland bleibt angebracht. Die Politik und die Wirtschaft, aber auch die Krankenkassen müssen jetzt endlich handeln, damit der Selbstmord der Couchpotatoes mit Messer und Gabel aufhört. Die Dicken erdrücken das Gesundheitswesen, und nur durch gezielte Kampagnen, die ein Bewusstsein für den eigenen Körper fördern, ist mit Entlastung zu rechnen. Ernährungsinformation allein führt nicht zu nachhaltigen Erfolgen.
Erneut muss ich die Medien streng kritisieren, denn auch zu dieser Thematik kamen wieder gehäuft ausgewiesene Nichtexperten zu Wort, die sogar bezweifeln, dass Übergewicht überhaupt ein Gesundheitsrisiko darstellt. Scheinbar fällt bei der Recherche im Ernährungsbereich oder der Einladung von Studiogästen das Kind immer häufiger in den Brunnen. In einigen Diskussionsrunden um die Übergewichtssituation gab es von Lebensmittelchemikern, die nun wirklich nicht die richtigen Ansprechpartner für Übergewichtsstudien sind, Aussagen, die durch wissenschaftliche Studien eindeutig widerlegt sind. Ich begreife die Diskussion, die die IASO hervorrief, als Chance, die nicht von ausgewiesenen Nichtexperten zerstört werden sollte. Deutschland braucht mehr Bewusstsein für die Vorteile einer gesundheitsförderlichen Lebens- und Ernährungsweise. Hoffentlich kann ich Ihnen mit diesem Newsletter wieder Anregungen für Ihre Berichterstattung geben. Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Rezensionsexemplare der vorgestellten Bücher können Sie gerne bei mir anfordern. Ich verbleibe mit kollegialen Grüßen Ihr Sven-David Müller-Nothmann
Inhaltsverzeichnis:
1) Ernährungsmärchen und „Nichts als die Wahrheit über die gesunde Ernährung“
2) Humoristische Anleitung zum Abnehmen: Jeder kriegt sein Fett weg
3) Relaunch: Ernährungsinformationen im neuen Gewand
4) Warum Magnesium und Kalzium Schrittmacher sind
5) Abbestellung