Reisemedizin ist ein neues Fachgebiet. Jedenfalls in den Dimensionen und den
Leistungen, in denen wir seit einigen Jahren dieses Fach denken und anwenden.
Das Bewusstsein, dass sich die Reisemedizin in den letzten 2 Jahrzehnten
weltweit
revolutioniert, ist noch nicht sehr ausgeprägt, auch nicht unter deutschen
Ärzten.
Qualifizierte und individuelle Beratung hilft Probleme in der Reisemedizin zu
vermeiden. Daraus ergibt sich z.B. die Möglichkeit bestehende Impflücken zu
schließen.
Die Rolle des Hausarztes als Drehscheibe in der Reisemedizin wird dadurch immer
wichtiger: Er sollte die im Vorfeld vom Patienten eingeholten Informationen
kritisch überprüfen und individuell an die Patienten anpassen.
Grundsätzlich sollten alle Patienten mit schweren Grunderkrankungen im Besitz
eines Notfallausweises sein.
Auch sollte neben der herkömmlichen Prophylaxe zusätzlich eine Reiseapotheke
mitgeführt werden in der z.B. Wundschnellverband, Fieberthermometer,
Wunddesinfektionsmittel, Schmerztabletten, Mittel gegen Durchfall, Augentropfen,
Salbe gegen Insektenstiche und auch Silbertabletten zur Trinkwasserdesinfektion
vorhanden sein sollten.
Auch gibt es homöopathische Arzneimittel gegen Reisefieber, Übelkeit, Durchfall,
Sonnenbrand, Mückenstiche oder auch Lebensmittelvergiftungen. Zusätzlich kann
man auch noch Rescue-Remedy-Tropfen(Notfalltropfen) von Dr. Bach ins Reisegepäck
packen.
Seit dem 1. April 2007 erstatten einige gesetzlichen Krankenkassen die Kosten
für Reiseimpfungen. Der Patient kann zu seinem Hausarzt oder in ein
Gesundheitszentrum oder Tropeninstitut gehen und sich dort impfen lassen, die
einzige Ausnahme sind Gelbfieberimpfungen, diese führen nur spezielle
Gelbfieberimpfstellen durch.
Wo liegen die Risiken?
Nach den meisten Impfungen kann es innerhalb der ersten 48 Stunden zu einer
lokalen Reaktion kommen. Hautrötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle
sind keine Seltenheit. Außerdem kann die Temperatur steigen, und es können
leichte Schmerzen im Arm auftreten. Daher sollten sich Rechtshänder in den
linken Oberarm impfen lassen und umgekehrt. Fünf bis acht Tage nach einer
Gelbfieberimpfung hat etwa ein Fünftel der Patienten leichte grippeähnliche
Symptome, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt. Trotzdem wird dieses
Risiko in Kauf genommen, da es noch keine Alternativen zur Impfung gibt. Nach
der Schluckimpfung gegen Cholera kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, die
verschwinden aber nach kurzer Zeit wieder.
Auch gilt es in der Reisemedizin vor einer Reise das Gesundheitsrisiko
einzuschätzen.
Zur Einschätzung des Gesundheitsrisikos von Reisenden müssen sowohl der
Gesundheitszustand des Patienten als auch Details der geplanten Reise
berücksichtigt werden.
Informationen zur Person umfassen dabei die Krankheitsanamnese, die regelmäßige
Medikamenteneinnahme, besondere gesundheitliche Situationen wie eine
Schwangerschaft, den gegenwärtigen Gesundheitszustand, bisherige
Reiseerfahrungen (z.B. Reisekrankheit) und den Impfstatus.
Eine Flugtauglichkeit ist im Allgemeinen bis zum 7.Monat gegeben, sofern keine
Risikoschwangerschaft vorliegt.
Die Reise betreffend sind neben dem Reiseziel die Reisezeit, die exakte
Reiseroute,
die Reisedauer, der Reisegrund, die Reiseart, die Reisebegleitung und besondere
Aktivitäten (z.B. Tauchen, Bergsteigen etc.) von Bedeutung.
Aufgrund dieser Daten können alle vorhandenen Gesundheitsrisiken ermittelt und
gezielte vorbeugende Maßnahmen erarbeitet werden.
Die Reisediarrhöe ist die am häufigsten vorkommende Gesundheitsstörung in der
Reisemedizin. Das Risiko, an ihr zu erkranken, unterscheidet sich von Region zu
Region.
Ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit in der Dominikanischen Republik, Kenia,
Senegal und Thailand mit 20-90% aller Reisenden hoch, so besteht in Südafrika
nur
ein mittleres Risiko von 8-20%.
Allerdings gibt es noch wesentlich mehr Krankheiten die während einer Reise ins
Ausland auftreten können.
Wie z.B.
1. Malaria
2. Cholera
3. Gelbfieber
4. Hepatitis
5. Typhus
6. Vogelgrippe
um nur einige zunennen.
Daher ist vor einer Reise die richtige Prophylaxe (Vorbeugung) das wichtigste
Mittel in der Reisemedizin.
Es empfiehlt sich auch die Mitnahme einer geeigneten Reiseapotheke mit Mitteln
gegen Durchfälle, Nasentropfen und vor allem ein Fieberthermometer.
Denn "Vorbeugen ist besser wie Heilen."
Oder wie J.W. Goethe sagte : Unvorbereitetes Wegheilen bringt unglückliche
(kranke) Wiederkehr.